Like den Gewinner und helft den Verlierern!

Like den Gewinner und helft den Verlierern!

Wir sind begeistert von Vorher – Nachher Posts und liken jedes dieser Bilder hundertfach. Zurecht, denn diese Menschen haben unsere Anerkennung und Unterstützung verdient. Sie haben außergewöhnliches geleistet und können stolz sein auf den erreichten Erfolg. Aber was ist mit denen von uns, die trotz Schlauchmagen-OP oder Magenbypass Operation nicht solche positiven Ergebnisse nach einer Magen-OP erzielen, die verzweifelt, die verzweifelt nach Antworten und Lösungen suchen und die uns mitteilen, dass es ihnen wirklich schlecht geht oder sogar verzweifeln. Diese Menschen werden häufig in die Versarger-Ecke gedrängt und erfahren von uns nicht immer die Unterstützung und Beachtung, die sie brauchen um aus einer Niederlage vielleicht doch noch einen Sieg zu erlangen.

Die Adipositaschirurgie ist kein „Selbstläufer“ und ein langsamer Gewichtsverlust, aber auch ein erneuter Gewichtsanstieg kann nicht immer ausgeschlossen werden.

blockquoteDie Gründe für das Scheitern immer bei den Patienten zu suchen ist falsch!

Stoffwechselveränderungen, ein nicht optimales Operationsergebnis, aber auch veränderte Lebens- und Arbeitsweisen oder aber Veränderungen in der Partnerschaft können Ursachen sein, die unseren Gewichtsverlust trotz OP deutlich beeinflussen können. Gerade in diesen Situationen brauchen diese Menschen unsere vollste Aufmerksamkeit und wir sollten alle gemeinsam dafür sorgen, dass sich diese Menschen nicht zurückgesetzt fühlen. Ich würde mir wünschen, dass wir alles daran setzen ihnen Konzepte und Strategien zu vermitteln, die dafür Sorge tragen, dass auch sie in Zukunft wieder Likes bekommen und sagen können, dass sie in ihrer Gruppe oder auch Freundes- und Verwandtenkreis die Unterstützung und Motivation erfahren haben, die ihnen den Weg aus dem Dunkel gezeigt hat.

Ähnlich wie bei einer Freundschaft erkennt man den Wert meist erst dann, wenn schwierige Wege gemeinsam überwunden werden müssen. Im diesem Sinne sollten wir Sieger liken und Verlierer durch Engagement und Verständnis zu Siegern machen!

Foto:© megaflopp / fotolia.com

Kommentare (2)

  1. Das a und o ist nach wie vor, auch nach einer magenverkleinerung, die Einstellung zum Essen im Kopf zu ändern. Ich hatte im Oktober 2014 meine Magen-Operation. Ich hatte ein Ausgangsgewicht von 153 kg. Aktuell habe ich 75 kg.. bis Ostern müssen noch 3 kg weg. Früher schüttelte ich den Kopf wann die schlanken Freundinnen jammerte.. jawoohhhl man merkt drei kg.
    Es ändert sich nach der Operation der Körper, nicht das Denken, die Einstellung usw.
    Ich kann für mich nur sprechen bzw hier schreiben, das ich Adipositas als Suchtkrankheit sehe. Die Essstörungen werden durch die Operation nicht abgeschnitten. Würde ich normale Portionen essen, schaffe ich ja gar nicht mehr, oder täglich süßes, sonstiges ungesunden essen, dann würde ich genauso wieder zunehmen.
    Gib einem trockenen Alkoholiker ein Glas Bier.. und auch bei diesen Süchtigen gibt es Menschen die sich leichter tun und für andere isses ein tägliche Kampf 24 Stunden trocken zu bleiben..

    Genauso sehe ich es mit meiner Operation. Der Körper is naja schlank, trotz Sport, hängt die überschüssige Haut.. es gibt Tage da fühle ich mich hübsch, attraktiv… und Tage da sehe ich mich wann ich in Spiegel schau mit 150 kg…

    Es heisst auch nach 8 Jahren täglich kämpfen, wobei dies ein hartes Wort ist.. nennen wir es an sich arbeiten und positiv in den Tag, in die woche usw gehen…

  2. Danke vielmals für den ermutigenden Beitrag! Auch ich gehöre zu den Verlierern und fühle mich als Versagerin. Trotz einer Abnahme von ursprünglich 43 kg – nach Zunahme sind es noch minus 35kg – habe ich immer noch einen BMI von über 33, das macht mich sehr traurig. Mein Magenbypass ist 5 Jahre alt, meine Anastomose stark erweitert und es ist ein harter Kampf, das Gewicht zumindest auf diesem Niveau zu halten. Und wenn ich all die Glücklichen mit Normal- oder sogar Idealgewicht sehe, verschlechtert sich meine Gefühlslage noch mehr…

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