Mut am Anfang - Glück am Ende?!

Mut am Anfang - Glück am Ende?!

Ein Beitrag von Dr. med. Marc Müller

Für die meisten von uns bedarf es für Schritte im Leben, die uns in Neuland führen, einer gewissen Überwindung. Dies gilt besonders für solche Veränderungen, die zu einer großen Umstellung der Lebensumstände führen. Dennoch sollte das nie ein Grund sein, Veränderungen nicht zu wagen. Nicht umsonst bewahrheitet sich immer wieder das alte Sprichwort „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!“. Meist ist dabei der erste Schritt der schwierigste, da er im Kopf beginnt.

Und hier beginnt der Schritt mit der Frage, was zu tun ist, wenn eine konservative Behandlung der Adipositas nicht zum Erfolg geführt hat und die Antwort darauf die Entscheidung für einen chirurgischen Eingriff ist.
Sobald diese Entscheidung gefallen ist, ist es besonders wichtig gut zu planen. Dabei spielen sowohl räumliche/strukturelle Gegebenheiten eine große Rolle wie auch personelle Qualifikationen. Es beginnt mit der ersten Kontaktaufnahme zu einem zertifizierten Adipositas-Zentrum, um sicherzustellen, dass man dort auf ein entsprechend gut organisiertes Umfeld trifft. Dabei geht es v.a. darum, von Anfang an die richtigen Weichen für den individuell besten Weg der PatientInnen zu stellen.

Die weiteren Schritte in der Behandlung werden häufig wie bei einer konservativen Therapie sein. Aber auch hier ist eine entsprechend gute Organisation immens wichtig. Nur so kann auch ein entsprechender Erfolg möglich werden. Und auch wenn eine Operation von Anfang an als die bestmögliche Therapie feststeht, so ist eine gezielte Verbesserung der Gesamtsituation entscheidend. Diese Vorbereitungszeit vor der Operation aber als unnötige Wartezeit anzusehen, wäre ein Fehler. Da es um eine lebenslange Umstellung der Lebensgewohnheiten geht, ist die Zeit als Training anzusehen. Dabei geht es nicht nur um körperliches Training, sondern auch um entscheidende Veränderungen, die im Kopf stattfinden müssen – und das erfordert Mut!

Warum braucht es Mut?

Weil man sich bewusst wird, dass sich einiges im Leben ändern wird. Das Ziel ist natürlich die Verbesserung der Lebensumstände durch einen wesentlich leichteren Körper, jedoch bedingt dies ein Aufgeben der alten, wahrscheinlich bequemen Gewohnheiten. Man stößt ins Unbekannte vor. „Werde ich es schaffen?“ und „Wie wird es mir dabei ergehen?“ sind Fragen, die natürlich auftauchen und am Anfang auch nicht sicher beantwortet werden können.

Es geht auch darum eingefahrene Verhaltensmuster zu durchbrechen und sich vielleicht dadurch auch anders als das persönliche Umfeld zu verhalten. Anders zu sein erfordert immer Mut und Anstrengung. Wenn sich dadurch aber die persönlichen Bedingungen verbessern, gilt es nicht nachzulassen und den Verlockungen des Bekannten oder des leichteren Weges zu widerstehen! Wenn man sich dabei nicht nur gegen den eigenen Widerstand (den „inneren Hund“), sondern auch gegen die Kritik oder sogar auch den Neid der Anderen erwehren muss, das geht nicht ohne Mut! Nach den ersten Schritten gilt es aber umso mehr durchzuhalten.

Sobald eine Operation – oder vorbereitend auch eine konservative Therapie – geplant wird, ist es entscheidend, den Weg fortzuführen und nicht nachzulassen. Nur so wird ein neues Leben mit weniger Gewicht möglich sein. Schließlich geht es um die eigene Gesundheit.

Ist die Vorbereitung erfolgreich abgeschlossen, kommt der nächste Abschnitt: die Durchführung der Operation. Sorgen und Ängste bezüglich möglicher Komplikationen oder Schmerzen sind nur gut verständlich. Idealerweise sollte die Operation in einem zertifizierten Zentrum stattfinden. Dort erfolgt der Eingriff in einem routinierten Ablauf, mit entsprechend qualifiziertem Personal und der notwendigen Ausstattung. Hiermit sind die Risiken zwar nicht aufgehoben, können jedoch deutlich gesenkt werden.

Priv. Doz. Dr. Günther Meyer, Dr. med. Marc Müller und Dr. med. Min-Seop Son (v.l.n.r.) wünschen Ihnen viel Glück!

Der Gewinn von Lebensqualität

Mit der Operation ist zwar ein großer Schritt getan, jedoch ist die Zeit danach mit dem richtigen Verhalten ganz entscheidend für den Erfolg. Deshalb gilt es dann ganz besonders, nicht nachzulassen! Jetzt liegt es vor allem in Ihrer Hand, ob Sie das richtige für sich tun. Wenn Sie es schaffen durchzuhalten und Versuchungen zu widerstehen und auch in schwierigen Situationen nicht in alte Verhaltensmuster zurückfallen, dann können sie jetzt die Früchte Ihres Erfolges ernten!

Durch den Gewichtsverlust gewinnen Sie an Lebensqualität nicht nur durch die sich neu ergebenden Möglichkeiten Ihr Leben zu gestalten, sondern auch durch den Erhalt, bzw. die Verbesserung Ihrer Gesundheit, die Besserung der Begleiterkrankungen!!

Durch den Mut, jeden Tag konsequent das Richtige zu tun, auf die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden zu achten und sich zu pflegen (innere Wellness), kommt häufig auch das notwendige Glück dazu. Dabei handelt es sich um das Glück, die richtigen Leute im eigenen Umfeld zu haben (die man zuvor bewusst/unbewusst gesucht und gefunden hat), die einen bei dem weiteren Weg weiter unterstützen. Das Glück im richtigen Therapiezentrum behandelt und umsorgt zu werden. Das Glück, nicht allein diesen Weg gehen zu müssen, sondern von vielen Seiten Unterstützung zu bekommen. Das Glück, in einem Zentrum behandelt zu werden, in der auch eine umfassende Nachsorge erfolgt. Denn die Nachsorge ist besonders wichtig für Ihre Gesundheit. Wenn man das nötige Durchhaltevermögen zeigt, dann wird sich häufig das Glück einstellen, ein neues Leben mit vielen neuen Möglichkeiten gewonnen zu haben – sich wieder bewusst auf die schönen Dinge im Leben konzentrieren und sie genießen zu können.

Somit braucht man am Anfang nicht nur den Mut, die ersten Schritte in die entscheidende Richtung zu machen, sondern auch das Glück, das richtige Therapiezentrum zu finden, in dessen Hände man seine Gesundheit legt. Am Ende steht nicht nur das gewonnene Glück über das neue Lebensgefühl, sondern es ist auch weiter Mut von Bedeutung. Mut, das neue Leben weiterzuführen, ggfs. auch gegen Widerstände aus dem persönlichen Umfeld.

Fotos: © Wolfartklinik/CANVA

Kommentare (6)

  1. Wer das Glück hat, von diesem Team betreut zu werden, der darf sich wirklich glücklich schätzen!
    Im Dezember 2016 bekam ich dort meinen Schlauchmagen. Seither habe ich 50kg Gewicht verloren, habe immer noch nicht mein anvisiertes Ziel erreicht ( aber immer noch im Auge) aber habe ein Wohlfühlgewicht und kann ohne Einschränkungen alle Aktivitäten wahrnehmen. Ich bin engmaschig betreut worden, beraten, aufgebaut und unterstützt bis heute. Hier hat man zugehört, untertstützt und Mut gemacht und an dieser Stelle möchte ich die Chance nutzen mich dafür mal in aller Form zu bedanken !!! Ich kann mein Leben in vollen Zügen geniessen ( wenn Corona denn nicht wäre ) und sobald es möglich ist werde ich mich in Gräfeling persönlich bedanken.
    Bleiben Sie alle gesund und auf ein gesundes Wiedersehn (hoffentlich bald) !

  2. So ist es..man selbst muss den Mut zur veränderung haben..bin selber seid 12 Jahren Operiert..Ich habe einen sleeve..

  3. Ein super Beitrag. Sehr schön zu lesen. Ich hatte den Mut und bin seit 5 Wochen Post OP und bereue nichts. Für mich hat ein neues Leben angefangen, auch wenn der Weg schwierig wird, ich werde ihn weiter gehen und ich bin dem gesamten Team des AMC so dankbar.

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