OP ohne Antrag ist kein Freifahrtschein!

OP ohne Antrag ist kein Freifahrtschein!

Seitdem wir unser Programm „BMI 50 Plus“ entwickelt und in unsere Behandlungspraxis integriert haben, erhalten wir immer wieder Anfragen von Patienten, die anscheinend falsche Vorstellungen davon haben, wie dieses Programm bei uns abläuft. Aus diesem Grund ist es uns wichtig, den heutigen Blog dafür zu nutzen, um Ihnen aufzuzeigen, dass auch ein Schlauchmagen oder eine Magenbypassoperation ohne die Antragsstellung auf Kostenübernahme bei der Kasse ein hohes Engagement von den Patienten fordert.

Wer glaubt, er liege in unserem Adipositaszentrum innerhalb eines Monats nach dem Erstgespräch auf dem Operationstisch, der irrt sich und ist bei unserem zertifizierten Zentrum sicher an der falschen Adresse.

Der Anspruch an die Qualität der Therapie und die Wahl der richtigen Behandlung kann und darf auch hier nicht auf der Strecke bleiben. Somit erwarten wir von unseren Patienten ein hohes Maß an Mitarbeit. Diese beinhaltet die Teilnahme an Ernährungsberatungen und verhaltenstherapeutischen Sitzungen ebenso wie den Nachweis ärztlicher Untersuchungen und Atteste.

Belohnt wird dieses Engagement mit einer kürzeren Vorbereitungszeit (in der Regel drei Monate) und der Gewissheit, dass wir auf jeden Fall die Operation durchführen, wenn wir die Vorgaben der Primärindikation (gemäß der S3 Leitlinien) erfüllt sehen und alle geforderten Unterlagen vorliegen.

Ziel ist es nicht, unseren Patienten das multimodale Therapiekonzept zu ersparen, sondern ihnen möglichst schnell zu helfen, da die enorme Gewichtssituation und die schweren Begleiterkrankungen eine lange Vorlaufzeit vor der OP und eine eventuelle Ablehnung durch die Kassen unserer Ansicht nach nicht zulassen.

Auch wir erachten die Durchführung eines multimodalen Konzeptes für viele Adipositaspatienten für sinnvoll und haben deswegen in unserem Haus alle erforderlichen Therapiebausteine integriert. Im Programm „BMI 50 Plus“ sehen wir die präoperativ verkürzt durchgeführte konservative Therapie allerdings nicht als Versuch zur Gewichtsreduktion, sondern als Vorbereitung auf die Operation und die Zeit danach.

Wir kritisieren, dass einige Krankenkassen ihre Entscheidung für oder gegen die Durchführung einer bariatrischen Operation nicht auf belastbare medizinische Studien und Erfahrungen aus der Praxis aufbauen, sondern oft nicht standardisierte und willkürliche Entscheidungskriterien als Begründung anführen.

Ob für Sie die Kriterien unseres Therapiekonzeptes „BMI 50 Plus“ greifen, besprechen wir in unserem ersten persönlichen Gespräch. Und auch wenn Sie diese Kriterien nicht erfüllen, so unterstützen wir Sie immer bei der Etablierung einer individuellen Therapiestrategie, der Antragsstellung und der Umsetzung der konservativen Therapiebausteine.

Dass eine erfolgreiche Therapie nur gelingen kann, wenn Sie selbst mitarbeiten, hat mir die mehr als 20-jährige Praxis immer wieder bestätigt. Somit sind unsere Therapiebausteine immer Ihr persönliches Fundament für ein neues und gesünderes Leben, aus dem wir nur gemeinsam ein stabiles und wertbeständiges Haus bauen können.

Ihr
Priv. Doz. Dr. Günther Meyer
Ärztlicher Leiter der AMC-WolfartKlinik, Zentrum für Adipositas- und metabolische Chirurgie

Foto: © xb100

Kommentar (1)

  1. Gerade, wenn ohne Antrag operiert wird, finde ich, sollte der Patient es noch mehr als seine Pflicht ansehen, alles für ein schlankeres und gesünderes Leben dazu zu tun. Denn der Adipositas-Chirurg und sein Team bzw. die Klinik gehen ein entsprechendes Risiko ein, und müssen ggf. mit der Kasse in Rechtsstreit treten.

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