Allgemeine Infos

Historie Adipositaschirugie

Die Adipositaschirurgie oder auch Übergewichtschirurgie existiert bereits seit mehr als 50 Jahren. Anfangs waren es amerikanische Ärzte, die feststellten, dass Patienten, denen sie aufgrund einer Krebserkrankung einen Teil des Magens entfernt hatten, sehr schnell und deutlich an Gewicht verloren. In der Folge wurden unterschiedliche Methoden entwickelt, um stark übergewichtigen Menschen zu helfen, durch eine Operation schnell und nachhaltig abzunehmen. Viele der damals getesteten Verfahren wurden eingestellt, weil sie nicht den gewünschten Erfolg brachten oder für die Patienten ein hohes Risiko darstellten. Andere OP-Methoden wiederum wurden kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert.

Der heutige Stand in der Adipositaschirugie

Zu den weiterentwickelten Methoden gehört der Magenbypass, der in unserem Themenbereich OP-Methoden genau beschrieben wird. Aber auch das Magenband existiert bereits seit vielen Jahren und wird von Patienten favorisiert, welche eine OP-Maßnahme wollen, die später wieder revidierbar ist und keinerlei Veränderungen am Magen- bzw. Verdauungsapparat verursacht.
In den vergangenen Jahren wird der so genannte Schlauchmagen oder Sleeve von vielen deutschen Behandlungszentren favorisiert bzw. häufiger durchgeführt. Ein relativ neues Verfahren ist hingegen der sogenannte Magenschrittmacher der Firma Interpace. Zwar gab es bereits vor einigen Jahren das Bestreben, mittels elektronischer Impulse das Sättigungsempfinden zu stimulieren, jedoch geht das Gerät der neuen Generation sehr viel weiter.
Die biliopankreatische Diversion gehört zu den Eingriffen, die sehr komplex sind und nur von wenigen Chirurgen in Deutschland praktiziert werden. Diese Methode kann jedoch für besonders stark übergewichtige Menschen und auch bei anderen gesundheitlichen wie organischen Vorerkrankungen eine durchaus sinnvolle Option sein und wird von uns ebenfalls angeboten. Mehr über die Vor- und Nachteile der einzelnen OP-Methoden lesen Sie hier.

Sind Sie ein Op-Kandidat?

blockquoteVoraussetzung zur Operation ist die Erschöpfung einer strukturierten konservativen Therapie oder die Aussichtslosigkeit derselben.

In Deutschland gibt es klare Vorstellungen davon, wann ein bariatrische Operation sinnvoll ist und wann nicht. Diese sind in den sogenannten S3-Leitlinien* definiert (s. Kasten). Auch gibt es ganz klare Kriterien, welche die Umsetzung einer Operation ausschließen oder zumindest so lange verzögern, bis diese Erkrankungen oder Symptome nicht mehr vorliegen. Über dieses umfassende und komplexe Thema informieren wir Sie im persönlichen Gespräch.
Trotz dieser klar definierten Kriterien prüfen die Krankenkassen in Deutschland immer den Einzelfall, und auch wenn es nicht so sein sollte, fallen die Entscheidungen zur Kostenübernahme einer bariatrischen Operation sehr unterschiedlich aus. Meist nutzen die Kassen den Medizinischen Dienst (kurz MDK) für die Prüfung entsprechender Anträge. Bei der Antragsstellung und der Erstellung von Gutachten, Bescheinigungen und Nachweisen sind wir Ihnen natürlich behilflich. Mehr erfahren Sie hier.

*Die Leitlinien wurden von den folgenden Fachgesellschaften verfasst und herausgegeben: Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V., Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG), Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V., Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e.V.

Vor der OP

Es kann sinnvoll sein, schon einige Wochen vor der Durchführung einer Operation die Ernährung umzustellen. Eine eiweißreiche Ernährung kann z.B. die Größe der Leber deutlich reduzieren und so die Operation für alle Beteiligten schneller und entspannter durchführbar machen. Auch der Nikotin- und Alkoholverzicht stärkt den Organismus und wirkt sich gerade bei der Narkose positiv aus. Über die Details informiert Sie unsere Ernährungsberaterin ausführlich in einem persönlichen Gespräch. Auch ist sie Ihnen bei der Umsetzung dieser Empfehlungen behilflich.

Nach der OP

Alle Operationsmethoden bewirken ein schnelleres Sättigungsempfinden und schränken die Nahrungsaufnahme deutlich ein. Dieser Effekt hat maßgeblichen Einfluss auf Ihre Gewichtsabnahme. Der Magenbypass wie auch die BPD-Methode verringern zudem die Fähigkeit des Darms, Zucker, Fette und Nährstoffe aufzunehmen. Das hat positive Effekte auf die Kalorienzufuhr, kann aber auch mit dafür verantwortlich sein, dass gewisse Vitamine, Nährstoffe und Mineralien in Form von Tabletten oder auch Spritzen bzw. Infusionen verabreicht werden müssen. Auch hier unterstützen Sie unsere Ernährungsberaterinnen kompetent und mit viel Engagement, um die angestrebten Ziele zu erreichen und die erzielten Gewichtserfolge dauerhaft zu halten.

Pro und Kontra

Eine Operation birgt immer gewisse Risiken und sicher ist auch keine der hier dargestellten Operationsmethoden die erste Option im Kampf gegen die überflüssigen Pfunde. Trotzdem belegen Studien weltweit, dass die Adipositaschirurgie den größten Gewichtsverlust sowie die nachhaltigste Verbesserung der allgemeinen gesundheitlichen Situation bewirkt. Die sogenannte SOS (Swedish Obese Subjects)-Studie zeigt selbst langfristig die positiven Ergebnisse nach einer chirurgischen Maßnahme. Dies gilt sowohl beim Gewichtsverlust als auch bei der Verbesserung bzw. Heilung vieler Begleit- und Folgeerkrankungen.
Ein weiterer positiver Aspekt ist für viele Menschen das gesteigerte Selbstwertgefühl und der Gewinn an Lebensqualität. Auch unser Team ist immer wieder beeindruckt von der positiven äußeren, aber auch psychischen Veränderung unserer Patienten. Dennoch sollte darauf hingewiesen werden, dass die Wundheilung und auch die Narkose gewisse Risiken bergen können. Diese sind sehr stark von Ihrer individuellen persönlichen Situation abhängig und wir werden Sie darüber sehr ausführlich informieren.